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Der Weg ins Unbekannte
Bild: ©
Divi-ded
www.pixelio.de
von Lea Hamann, www.eelea.de
Seit ich meine Arbeit mit Sophia begonnen habe, begreife ich die Fülle in meinem Leben anders als vorher. Wo ich vorher davon ausging, dass Fülle etwas sei, dass von irgendwo herkommen muss, für das ich irgendetwas tun muss, merke ich jetzt mehr und mehr, dass es da noch eine tiefere Wahrheit gibt. Meine persönliche Wahrheit ist es, meine Seele als Quelle meines Lebens und als Quelle meiner Fülle zu begreifen. Auch wenn ich von meinem Verstand her schon länger weiß, dass wahre Fülle nur aus dem Inneren kommen kann, macht es einen großen Unterschied, dies langsam fühlen zu lernen und nach und nach zu erfahren. Durch das Sanfte Bewusste Atmen ist mein Umgang mit mir und meinen Lernerfahrungen behutsamer geworden. Es wird stiller und stiller in mir und um mich herum. Ich bemerke, dass das schnelle Streben nach Ergebnissen, diese Unruhe in meinem Inneren, auch nur aus einer tiefen Angst entsprungen ist. Je mehr ich meine Seele berühre, desto ruhiger wird es in mir. Meine Seele IST die Fülle, nach der ich immer suchte. Und durch diese langsame Wiederannäherung an meine Seele lerne ich diese Fülle wieder wahrzunehmen. Ich erinnere mich gerne an ein Seminar, das ich selber als Teilnehmerin besucht habe. Das Thema der meisten Anwesenden war: Wo ist meine Fülle? Der Verstand rotierte, die Angst schlug hohe Wellen und am Ende lag der Fokus auf dem Mangel, auf der Trennung – auf dem was nicht vorhanden war. Ich kenne diese Existenzängste sehr gut und weiß, dass sie aus der Trennung zwischen mir und meiner Seele entspringen. Denn wenn das Bewusste Selbst von seiner Quelle abgetrennt ist und sie nicht mehr wahrnehmen kann, beginnt Angst. Und wo Angst beginnt, fängt die große Suche und das große Kämpfen an. Kämpfen um Geld, kämpfen um das Überleben, kämpfen um all das, was eigentlich schon immer in meinem Inneren auf mich gewartet hat. Die innere Haltung, die wir in dieser Phase der Dualität einnehmen, während wir von unserer Seele getrennt sind, ist wie die Haltung eines Boxers. Hart, fokussiert auf den Feind, abweisend und voll im Stress. Und diese innere Haltung macht es unserer Seele nicht gerade leicht, uns näher zu kommen und uns zu nähren. Wie soll diese geballte Faust annehmen? Ich stand vor derselben Frage, als ich mit dem Sanften Atmen begann. Wie konnte ich meinen Atem fließen lassen und gleichzeitig ängstlich festhalten, oder mich schützen? Wie konnte ich atmen und gleichzeitig von der Liebe meiner Seele getrennt bleiben? Es geht nicht. Das Bewusste Atmen wird gerade deshalb sooft nicht verstanden, weil es keine Technik ist, die man einfach ausführen kann. Ich kann in der Haltung eines Boxers bleiben, der die ganze Welt und vor allem sich selbst fürchtet – und atmen solange ich will. Es wird sich überhaupt nichts verändern. Es braucht einen inneren Schritt zum Bewussten Atmen. In meinen Seminaren erkläre ich oft, dass das Atmen vielmehr eine innere Haltung ist, als eine bestimmte Technik. Es geht nicht so sehr darum, mich hinzulegen und auf eine bestimmte Art und Weise Sauerstoff in meinen Körper zu bringen. Der sanfte Atem ist die innere Haltung eines Menschen, der sich erlaubt, wieder mit der Quelle der Fülle in Berührung zu sein. Diese Haltung erlaubt uns, weich zu werden und diesen Fluss der Fülle wieder anzunehmen. Sophia zeigte mir einmal das Bild von einem Baby, das bevor es geboren wird eine bestimmte Menge Energie, sozusagen als Proviant für seine ersten Lebensjahre auf die Erde mitbringt. Der eigentliche Plan ist, dass dieses Baby lernt, hier auf der Erde die Fülle seiner Seele anzunehmen, damit es weiter wachsen und sich entwickeln kann. Das zweite Bild das Sophia mir zeigte, war das Bild eines alten Mannes. Siehst du, sagte sie, so sieht es aus, wenn ein Baby niemals lernt, seine eigene Quelle von Energie anzunehmen. So geschieht es, wenn wir ein Leben lang von diesem Energievorrat zehren, der eigentlich nur für die ersten Lebensjahre gedacht war. Wir werden arm, hungrig und alt. Und natürlich müssen wir sparen! Denn ganz ehrlich, es gehört schon etwas dazu, diesen kleinen Energievorrat auf bis zu achtzig Jahre auszudehnen. Die Wahrheit in diesem Bild berührte mich sehr. Es ist mein größtes Abenteuer, meine eigene Seele und somit ihre Energie, ihre Fülle und Vitalität wieder anzunehmen. Ich bemerkte, dass ich vieles im Leben gelernt hatte, aber niemals das Annehmen. Ich hatte keine Ahnung wie das geht. Es gab in meinem Leben kein Annehmen. Es gab nur Hoffen und Sparen und Angst haben. Durch das Atmen bin ich diesem Annehmen wieder ein wenig mehr auf die Spur gekommen. Ich merkte, dass ich erst annehmen kann, wenn ich weich werde, wenn ich nachgebe, wenn ich aufhöre zu kämpfen. Eine weiche, offene Hand sein, die annehmen kann. Das Annehmen über das weiche Atmen ist für mich am einfachsten. Es reicht nicht, einfach nur an das Annehmen zu denken. Eines meiner Beispiele dazu ist: Stell dir vor du stehst vor einer Konditorei und du schaust durch die Glasscheibe auf all die schönen Dinge, die da im Schaufenster liegen. Du kannst sie nicht berühren, nicht schmecken, nicht einmal riechen. Es liegt eine Glasscheibe zwischen dir und dem, was du annehmen möchtest. Bis du dir erlaubst, weich zu werden. Du kannst langsam und behutsam, Atemzug für Atemzug, die wundervolle Liebe hinter der Glasscheibe einatmen. Auf einmal ist es nicht nur ein Bild – eine mentale Vorstellung – auf einmal beginnst du es in deinen Bauch hineinfließen zu lassen. Du beginnst es zu fühlen. Es wird ein Teil von dir. Es wird Wirklichkeit. Und das Schöne am Menschsein ist, wir können die Fülle so lange annehmen, bis wir sie ganz real erfahren können. Wir können das Stück Kuchen wirklich essen und diese wirkliche Form der Liebe in unseren Bauch hineinfließen lassen. Es ist nur ein weiterer Schritt des Annehmens. Und damit schließt sich der Kreis. Ja, das bringt den Verstand ganz schön in Panik. Wie soll ich jetzt immer vor einer Konditorei stehen? Soll ich immer durch eine Glasscheibe atmen? Wie? (Vielleicht stellt dein Verstand gerade solche oder ähnliche Fragen.) Dein Verstand hat noch niemals beobachtet, wie Annehmen funktioniert, weil wir es noch nicht praktizieren. Lass also den Verstand beiseite. Es geht nicht darum, etwas zu verstehen, oder zu wissen. Das gibt nur Kopfschmerzen. Es geht darum, es zu fühlen, es zu erleben. Was nützt die schönste Theorie, wenn ich sie nicht fühlen oder erleben kann – sie ist wertlos für den Menschen in mir. Dieser Mensch, der ich bin, möchte genährt werden, gehalten und umsorgt sein und zwar die ganze Zeit. Und dieser Mensch, der ich bin, hat weder die notwendige Liebe, noch die notwendige Energie, um diese Nahrung, diese Fülle zu produzieren. Und das ist das große Problem vor dem die Menschheit gerade steht. Je sensibler wir werden, desto mehr nehmen wir unsere Bedürfnisse wahr. Und je mehr Bedürfnisse wir wahrnehmen, desto klarer wird: Mein kleines Selbst kann diese Bedürfnisse gar nicht erfüllen. Ich kann noch so viel arbeiten, verzichten, sparen, erkämpfen – ich komme an eine Grenze. Die gute Nachricht ist, dass jeder Mensch die wirkliche Quelle dieser Liebe, dieser Geborgenheit und Fülle in seinem Inneren trägt. Die schlechte Nachricht ist, dass wir oftmals noch so sehr mit Angsthaben und Kämpfen beschäftigt sind, dass wir diese Quelle überhaupt nicht wahrnehmen. Je mehr ich lerne, dass in Fülle leben heißt, meine Seele für mich sorgen zu lassen, desto reicher wird mein Leben. Auf allen Ebenen. Ich bemerke es in den kleinsten, scheinbar unwichtigen Dingen genauso wie in den großen umfassenden Dingen. Ich tue es nicht, ich erkämpfe es nicht, ich spare es nicht – sondern ich nehme es an. Es ist die angenommene Liebe, die in meinem Leben sichtbar wird. (Seither hat auch Schöpfersein eine neue Bedeutung für mich. Schöpfung ist das, was ich angenommen habe. Das, was ich eingeatmet und auf diese Erde gebracht habe. Es ist kein mentaler Vorgang.) Und Sophia gibt mir jede Menge Möglichkeiten zum Üben. Als wir dieses Jahr im Januar auf der Insel Kauai Urlaub gemacht haben, fühlte ich auf einmal Sophia in meinem Inneren sagen: Wenn du möchtest, kommen wir noch einmal für eine längere Zeit hierher. Du kannst dir ein Haus auswählen und ein paar Monate hier verbringen. Es fühlte sich an, wie eine Einladung. Sophia ist eine Meisterin darin, Einladungen auszusprechen. Und man weiß nie, wohin sie einen führt, wenn man die Einladung annimmt. Zu dieser Einladung konnte ich von Herzen JA sagen. Und ich fühlte, wie mir dieser riesige Pool aus Fülle bewusste wurde: Der Kauai-Urlaubs-Pool. Natürlich konnte ich diesen riesigen Pool nicht auf einmal einatmen. Doch ich begann, langsam und behutsam, immer wieder ein wenig davon einzuatmen. Dies goldene, warme Liebe in meinen Bauch fließen zu lassen. Und in jedem Atemzug fühlte ich Sophias Liebe. Nur das Beste für dich. So warm, so wundervoll, so reich soll dein Leben sein. So viel möchte ich dir schenken. Als wir zurück nach Hause gekommen waren, tauchten in meinem Atem immer wieder der Duft und die Schönheit von Kauai auf. Und ich wusste, ich kann es einfach einatmen. Sophia hat mir eine so schöne Einladung gegeben. Eine Einladung, die mich mit Freude erfüllt, seitdem ich sie annehme. Natürlich habe ich unterwegs auch einen kleinen Abstecher in den Verstand gemacht, um mich daran zu erinnern, wie sich das anfühlt… Und sobald ich mit meinem Verstand auf diese Sache blickte, sah ich auf einmal nur noch Zahlen. Ich begann zu rechnen und Pläne zu schmieden. Ich begann nach Flugpreisen und Mietpreisen für Häuser zu suchen. Und nach wenigen Stunden war ich so weit weg von der Freude und dem Annehmen dieses Urlaubs. Auf einmal war es zur Last geworden. Ich schaffe es nicht. Ich kann es mir nicht leisten. Und mein kleines Selbst hatte recht: Das kleine Selbst kann sich diesen Urlaub nicht leisten. Sophia hatte ihre Einladung an mich so formuliert, dass ich weiß: Das kann ich mir nicht erarbeiten, ersparen oder erkämpfen – ich kann es nur annehmen. Und sobald ich wieder ins weiche Atmen zurück gefunden hatte, war die Freude wieder da. Der Duft, die Blumen, die Liebe von Sophia, die mir dieses Geschenk machen möchte. Durch das stetige Annehmen dieser Liebe verändert sich mein Leben. Es füllt sich mehr und mehr mit der Liebe meiner Seele. Es ist meistens nicht so, wie ich mir das vorstelle. Manchmal geschieht Veränderung, die für meinen Verstand keinen Sinn ergibt. Da braucht es Vertrauen. Ein so tiefes Vertrauen, diesen Weg ins Unbekannte zu gehen. Norma Delaney sagte neulich zu mir: It takes a crazy trust to walk the path of your soul. Es braucht ein wahnsinniges Vertrauen, den Weg der Seele zu gehen. Aber ich weiß, es ist der einzige Weg, den ich gehen möchte und der mehr Freude und mehr Fülle in mein Leben bringt. Es ist gut zu wissen, dass es nicht im außen zu finden ist. Es tut gut zu spüren, dass ich den ganzen Reichtum meiner Seele in mir trage. Matthias sagte heute Nachmittag: Ich kann in jedem Moment wählen, wie ich mich fühle. Und damit meinte er nicht das mentale Wählen, das sich nur im Verstand abspielt und überhaupt keine Wirkung hat, außer noch mehr Verwirrung zu stiften. Ich kann in jedem Moment wählen, ob ich weich werde und die Liebe meiner Seele annehme. Ich kann in jedem Moment wählen, ob ich mich in meinen Verstand flüchte, urteile und mich verschließe. Wir tun gerne so, als ob wir es nicht könnten. Doch diese Wahrheit zu fühlen, dass ich in jedem Moment wähle, ob ich die Fülle annehme oder nicht, ist so heilsam. Es ist eine befreiende Wahrheit. Eine Klientin erzählte mir vor einigen Wochen, wie gut es ihr geht, seitdem sie anerkennt, dass es einen Anteil in ihr gibt, der einfach Angst vor dem Leben hat. Die Wahrheit ist so heilsam. Sophia flüstert mir gerade zu: Woran unterscheidet man die Wahrheit von einer Lüge? Ganz einfach, deine Wahrheit lässt sich ändern, eine Lüge nicht. Ich kann ändern, ob ich mein Leben annehmen möchte oder nicht, denn es ist meine Wahrheit. Ich kann nicht verändern, dass ich mich nicht ausdrücken kann, weil die Welt mich nicht versteht - denn das ist eine Lüge. Lügen sind künstlich und hart – Wahrheit ist lebendig. Lügen sind ein Versteck vor dem Leben und deine Wahrheit IST dein Leben. Sophias Wahrheit ist so klar und so liebevoll. Der Weg der Seele muss ins Unbekannte führen. Niemals zuvor sind wir diesen Weg gegangen. Niemals zuvor stand uns dieser Weg so offen, wie gerade jetzt. Die Einladung deiner Seele ist in jedem Moment da. Sophias Einladung ist da. Und es kommt nur auf uns an, ob wir es – Atemzug für Atemzug annehmen – oder ob wir uns davor verschließen. Mittlerweile weiß ich, dass ich genauso in jedem Moment wählen kann, ob ich in der Fülle lebe oder im Mangel – einfach nur, indem ich die Liebe meiner Seele annehme oder ablehne. Und sobald ich diese Liebe einatme, fühle ich Fülle, Geborgenheit, Stille, Wärme, Freude. Und ich spüre, wie diese Fülle sich in meinem Leben ausbreitet. Nicht plötzlich, wir sind hier ja schließlich auf der Erde, die Dinge brauchen Zeit! Aber ich kann es sofort fühlen. Ich kann diesen Ozean sehen, der in meinem Innern zuhause ist und der kein Ende hat. Und ich kann nur ahnen, was es bedeutet, diesen Ozean, Atemzug für Atemzug anzunehmen. Fülle ist möglich. In diesem Augenblick. Du bist eingeladen!
© Lea Hamann, 2008
Lea Hamann arbeitet
als spirituelle Lehrerin für den Bewussten Atem und die Neue Energie. Webseite: www.eelea.de.
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